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Urlaubszeit: Augenkrankheiten als Urlaubsmitbringsel

Quelle: Deutschlandradio

Selbstverständlich sollte im Urlaubsgepäck eine gute Sonnenbrille sein, um die Augen zu schützen. Und dass man Kontaktlinsen beim Schwimmen im Pool herausnimmt, ist eigentlich auch klar. Viele Augenkrankheiten kann man durch gute Vorsorge vermeiden. Manche spürt man aber erst Jahre nach der Reise.

Ich war in Spanien im Urlaub und klagte zunehmend über ein rotes Auge. Vier, fünf Tage vor meiner Abreise. Und bin unmittelbar nach meiner Ankunft in Deutschland zum Augenarzt gegangen.

Denn abschwellende Augentropfen aus der Reiseapotheke, mit denen sie das Auge gut ausgespült hatte, brachten ihr keinerlei Linderung, erzählt die Spanien-Urlauberin.

Der Augenarzt hat mein Auge untersucht und er stutzte und sagte dann spontan: da krabbelt war 'rum!

Und zwar winzig kleine Maden, die wie Raupen unter dem Augenlid herumkrochen. Auf Nachfragen ihres Arztes fiel ihr wieder ein, dass sie bei einem Spaziergang an Schafen vorbeigekommen und von Fliegen attackiert worden war, - und dabei so etwas wie einen ganz kurzen Schlag im Auge gespürt hatte. Für den Düsseldorfer Augenarzt Prof. Johannes Grüntzig ein klarer Fall: Schafs-Fliegen! - die auch hierzulande leben.

Es passiert eben manchmal, dass diese Fliegen auch Menschen angreifen. Und dann wie im Sturzflug die Eier oder die Larven in das Auge spritzen. Also das Auge selbst nicht berühren, sondern dann wieder wegfliegen. Man sieht ja zunächst erstmal nur ein rotes und entzündetes Auge. Und hier konnten wir unter dem Mikroskop die feinen kleinen Larven sehen. Und dann besteht die Gefahr, dass diese Larven über die abführenden Tränenwege in die Nebenhöhlen gehen und dann zu eine chronischen Entzündung führen.

Und deshalb musste die Spanien-Urlauberin vorsorglich auch noch zum Hals-Nasen-Ohrenarzt in Behandlung. Fliegen, Mücken, Maden, Würmer: Gerade wer in warme Länder reist, sollte wissen, wovor er seine Augen schützen muss. So brüten an schnell-fließenden Gewässern in Afrika und Amerika Mücken, die durch ihren Stich Larven in die Haut des Menschen übertragen.

Und dann entwickeln sich im Verlauf von ein, zwei, drei Jahren im Inneren des Körpers aus diesen Larven die Würmer, die dann zum Teil 40 Zentimeter lang werden können. Fadendünn. Und von diesen Fadenwürmern wieder Larven, die können auch ins Auge gelangen und dann dort zur Erblindung führen.

Fatal dabei: Erste Symptome treten eben erst Jahre nach dem Mückenstich auf. Name der Krankheit: ”Flußblindheit”. In Westafrika überträgt eine Fliege Loa-Loa-Larven. Auch die brauchen bis zu vier Jahre, um in der Haut zu Würmern heranzuwachsen. Erste Symptome: Gelenkschwellungen und Hautreizungen. Erst später zeigt sich ein etwa drei Zentimeter langer Wurm in der stark entzündeten Bindehaut. Aber nur für wenige Stunden. Um dann Wochen später im anderen Auge wieder aufzutauchen, was eine frühzeitige Diagnose so schwer macht.

Als weitaus harmloser entpuppten sich da bei einem Patienten winzige, sandkornähnliche Anhaftungen in den Wimpern, begleitet von starkem Juckreiz, blaßbläulichen Flecken und einer chronischen Entzündung am Augenlid. Sein Hausarzt konnte die Symptome nicht deuten.

Und dann haben wir eben in den Wimpern diese Filzläuse, die sich ja sehr festhalten können an diesen Wimpern, entdeckt und konnten dann den Patienten entsprechend behandeln.

Und was haben ”rote Augen” mit kleinen sandfarbenen Mücken zu tun, die im gesamten Mittelmeer-Raum leben - und die auch schon in Süd-Deutschland gesichtet werden? Sie übertragen einzellige Lebewesen, die Leishmanien. Die verursachen tiefe Geschwüre und entstellende Hautveränderungen, - Karl May-Lesern bestens bekannt als ”Aleppo-Beule”.

Zur Vorsicht rät Prof. Grüntzig auch, wenn Tiere, zum Beispiel Hunde, aus dem Urlaubsland mitgebracht werden. Selbst Welpen haben den Hundespulwurm und dessen Larven gelangen über Kot und Staub ins Fell der Tiere. Also Vorsicht beim Streicheln und Kuscheln mit ihnen. Nach jedem Kontakt gilt: Hände sehr gut waschen. Sonst können die Larven auch das gesamte Auge befallen, - mit dramatischen Folgen:

Erst Jahre später kann es ihm passieren, dass er plötzlich eine Sehverschlechterung hat und der Augenarzt, der da reinschaut, sieht dann plötzlich Entzündungsherde,die Jahre später zur Erblindung führen.

”Rote Augen” - die Ursachen dafür können aber auch weniger dramatisch sein: gereizte Schleimhäute durch zu trockene Luft im Flugzeug, durch Zugluft oder ins Auge geflogene Fremdkörper. Dagegen helfen einfache Augentropfen aus der Reiseapotheke, die künstliches Tränenwasser enthalten oder einen Wirkstoff, der die Augen beruhigt.

Hilfreich sind auch antibiotische Augentropfen. Sind scharfe Gewürze ins Auge gekommen oder schmerzen sie, weil die Hornhaut durch zu viel Sonne und UV-Licht gereizt wurde, helfen Spülungen mit Milch. Die Selbstbehandlung sollte aber, wenn keine spürbare Besserung eintritt, allerhöchsten drei Tage dauern. Dann heißt es: schnellsten zum Arzt, um die Ursachen von akuten Binde- und Hornhautentzündungen abklären zu lassen.

Viel- und Fernreisenden rät Prof. Grüntzig zu einem Reise-Tagebuch mit genauen Angaben zum Reise-Ort und der Reise-Jahreszeit. Das hilft dem Arzt, bei möglichen tropischen Krankheiten schneller eine gezielte Diagnose zu stellen.

Ursachen von Kontaktlinsen Ablagerungen

Geschrieben am Sonntag, 01. Mai 2005 von Optiker Online!

Kunststoffe für Kontaktlinsen müssen so beschaffen sein, dass keine physiologischen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Moderne Kontaktlinsenmaterialien erfüllen diese Forderung weitgehendst. Verunreinigungen der Kontaktlinse lösen jedoch vielfach mechanische und pathologische Prozesse aus. Bei weichen Kontaktlinsen schätzt man sogar, dass etwa 80 Prozent der klinischen Probleme durch Ablagerungen ausgelöst werden. In diesem Artikel wird die Qualifikation der jeweiligen Ablagerungsart erörtert.

Die Aufgabe aller Pflegemaßnahmen ist, die Kontaktlinsen in einem gut verträglichen Zustand zu halten Größter Verursacher von Ablagerungen ist der menschliche Tränenfilm. Proteine (Lysozym, Albumine, Globuline), Lipide, Muzine, Salze und abgeschilferte Epithelzellen lagern sich bevorzugt an der Kontaktlinsenoberfläche an. Fremdstoffe wie zum Beispiel Schmutz, Staub, Abgasbestandteile und Kosmetika können ebenfalls gravierend den Tragekomfort von Kontaktlinsen beeinträchtigen. Alle Arten von Ablagerungen stellen zudem einen optimalen Nährboden für Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren dar.
All diese Substanzen werden durch mehr oder weniger starke Adsorptionskräfte an der Oberfläche einer Kontaktlinse gebunden. Ionische Kontaktlinsenmaterialien ziehen je nach Ladungszustand Fremdstoffe besonders an und neigen in Folge vermehrt zu Ablagerungen. Bestehende Ablagerungen verfügen im Regelfall über besonders gute Adsorptionskräfte und führen zu einem Schichtweisen Aufbau von weiteren Ablagerungen. Bei großen Molekularabständen können vereinzelte Substanzen sogar in das Kontaktlinsenmaterial eindringen und dieses nachhaltig zerstören. So können Metallpartikelchen in Kosmetika oder die Verwendung von Leitungswasser (bei weichen Kontaktlinsen) sogar zu Rostherden in der Linsenmatrix führen.

Ein rostendes Metallpartikelchen steckt in einer weichen Kontaktlinse
Jede Art von Ablagerungen erhöht nicht nur das Infektionsrisiko, sondern beeinträchtigt auch den Tragekomfort der Kontaktlinsen. Typisch ist neben mechanischen Reizen eine Herabsetzung der Benetzung. In Folge entsteht ein erhöhtes Fremdkörpergefühl, eine herabgesetzte Sehschärfe, trockene Augen, konjunktivale Hyperämie und teils eine überdurchschnittliche Schleimbildung im Tränenfilm.
Proteine
Meist sind Proteinablagerungen in der Spaltlampe sehr gut als mattweiße Beläge identifizierbar. Der Eiweiß-Belag kann sowohl scharf begrenzt als auch über die gesamte Oberfläche auftreten. Auf formstabilen Kontaktlinsen können Proteine oberflächlich betrachtet ähnlich wie feine Kratzer aussehen.
Bei mangelhafter Pflege oder mechanischer Reizung durch eine nicht optimal angepasste Kontaktlinse kann eine Proteinschicht auch großflächig zusammenwachsen.
Massiv durch Proteine beeinträchtigter Rand einer formstabilen Kontaktlinse
Pflegemittel auf Basis von Wasserstoffperoxid haben zwar eine sehr gute keimtötende Wirkung, weisen aber nur eine bedingte Reinigungswirkung auf. Wasserstoffperoxid kann die Erkennung von Proteinen erschweren, da es diese ausbleicht. Erschwerend kommt dazu, dass Wasserstoffperoxid die Denaturierung von Proteinen sogar verstärkt. Deshalb sollte zusätzlich immer auch mechanisch gereinigt werden. Sogenannte „No-Rub“-Lösungen sollten unter diesem Aspekt ebenfalls kritisch hinterfragt werden.
Lipide
Die Fettablagerungen erwecken bei Betrachtung durch die Spaltlampe einen öligen, tröpfchenartigen Eindruck. Die Lipide können direkt vom Tränenfilm oder zum Beispiel von Kosmetika stammen.
Weiche Kontaktlinse mit Lipidablagerungen rund um den Spaltlampenreflex
Fetthaltige Gesichts- und Augencremes können werden durch die Körperwärme flüssiger und können so ins Auge und auf die Kontaktlinse gelangen. In den Lidranddrüsen wird die äußere fetthaltige Lipidschicht gebildet. Sie bewirkt eine Glättung des Tränenfilms und verhindert ein zu rasches Verdunsten. Durch einen Lidstrich auf oder hinter der Lidkante sind jedoch häufig die Meibomschen Drüsen verstopft.
Starke Ablagerungen aufgrund exzessiver Verwendung von Kosmetika Der Zustand begünstigt gut erkennbar eine konjunktivale Hyperämie
Um Lipidablagerungen zu vermeiden, sollte der Träger keinen Kajal auf der Innenseite des Lides verwenden und die Augenpartie bei der Verwendung von Cremes großzügig aussparen.
Drüsenverschluss am Lidrand
Zur Verbesserung der Drüsenfunktion können Lidhygiene mit verdünnten Babyshampoo und warme Kompressen beitragen. Das Abschminken sollte immer am Abend und niemals erst am nächsten Morgen erfolgen.
Muzine
Die Muzine sind oberflächenaktive Schleimstoffe, welche von den Becherzellen der Bindehaut produziert werden. Sie ermöglichen durch ein hydrophobes und ein hydrophiles Ende das Anhaften der Tränenflüssigkeit auf der Cornea oder der Kontaktlinse. Durch ihre Bindungsfreudigkeit können die hydrophoben Enden jedoch Interaktionen mit anderen Bestandteilen eingehen. So sind Ablagerungen auf Kontaktlinsen häufig Mischablagerungen, etwa aus Muzine und Proteine.
Jelly Bumps
Jelly Bumps werden bei weichen Kontaktlinsen - besonders bei hohen Wassergehalt - beobachtet. Die Zusammensetzung dieser gallertartigen Erhebungen ist nicht ganz geklärt. In einigen Publikationen werden Cocktails aus Proteine, Lipide und Muzine als Urheber der Ablagerungen angesehen. Andere sehen Blutkomponenten wie Fibrin und Thrombozyten als Bestandteile von Jelly Bumbs.
Jelly Bump auf weicher Kontaktlinse
In der Regel dringen Jelly Bumps in die Linsenmatrix ein und zerstören das Kontaktlinsenmaterial. Deshalb ist eine Entfernung dieser Mischablagerung relativ sinnlos, da eine Beschädigung der Oberfläche zurückbleibt.
Durch die Erhebung der Jelly Bumps kann der punktuelle Druck auf die Cornea so stark ausfallen, dass sogar die Geometrie der Cornea und damit die Refraktion temporär verändert werden kann! Sigrid Neumann berichtete 2002 im NOJ über einen Anpassfall mit temporärer induzierter, torischer Komponente von 2,00 dpt im Zusammenhang mit massiven Jelly Bumps.
Beim auftreten von Jelly Bumps empfiehlt sich in den meisten Fällen ein Wechsel des Kontaktlinsenmaterials, da die Anfälligkeit für diese Ablagerungsart sehr stark vom Material und der damit verbundenen Wechselwirkung mit dem Träger abhängig ist.
Mikroorganismen
Das Auge besitzt einige Abwehrmechanismen um eine Kontamination mit Mikroorganismen zu verhindern. Zum ersten ist die Zusammensetzung des Tränenfilms eine chemische Abwehr, zum Zweiten erschwert der Lidschlag mit seiner Wischfunktion ein Anhaften von Mikroorganismen an der Cornea. Beim Tragen von Kontaktlinsen ändert sich die Zusammensetzung des Tränenfilms. Bei vielen Trägern wird außerdem eine herabgesetzte Lidschlagfrequenz und ein unvollkommener Lidschluss beobachtet. Zusammenfassend kann davon ausgegangen werden, dass beim tragen von Kontaktlinsen die natürlichen Schutzfunktionen zumindest verringert sind.
Die Kontamination mit Mikroorganismen ist vielfach möglich. So können Kontaktlinsen durch ungewaschene Hände, Gewässer, Schwimmbäder, unsaubere Waschbecken oder verschmutzte Kontaktlinsenetuis mit Mikroorganismen besiedelt werden.
Verfärbungen
Besonders weiche Kontaktlinsen neigen zu Verfärbungen. So sind gelblich-bräunliche Verfärbungen bei regelmäßigen Aktiv- oder Passivrauchern keineswegs die Ausnahme. Das Nikotin wird oftmals auch über die Fingerkuppen beim Manipulieren an das Kontaktlinsenmaterial übergeben.
Gelb-bräunliche Verfärbungen können auch beim Kontakt von Leitungswasser und durch Alterungsprozesse bei weichen Kontaktlinsen entstehen. Auch Brandgase (Feuerwehrmänner!) können zu braunen Verfärbungen führen.
Weitere Quellen für Verfärbungen sind Kontrarezeptiva und Anabolika. Bei häufiger bzw. dauernder Einnahme sind manchmal Verfärbungen – meist rosa – zu beobachten. Medikamente sind im Allgemeinen eine häufige Ursache für Verfärbungen. Rosa Verfärbungen sind auch durch Vitamin B12 und Antibiotika zu beobachten.
Der Autor dieses Artikels hat auch schon plötzlich auftretende, orange Verfärbungen beobachtet. Nach eingehender Befragung der Trägerin konnten diese Verfärbungen auf Karotin zurückgeführt werden. Die Kundin manipulierte an ihren weichen Kontaktlinsen unmittelbar nach dem händischen Verarbeiten von Karotten.
In seltenen Fällen sind grüne Verfärbung zu beobachten. Dafür sind Sorbin (Konservierungsstoff), Chlorhexidin (z.B. Zahnhygiene-Produkte) und in ganz seltenen Fällen Algenbildung im Behälter verantwortlich.
Eine verfärbte Kontaktlinse darf in keinen Fall weiter verwendet werden, da die eingebetteten Stoffe unkontrolliert an das Auge abgegeben werden. Eine Intensivreinigung durch den Kontaktlinsenoptiker ist fast immer zwecklos.
Sonstige Umwelteinflüsse
Die Quellen von Ablagerungen sind vielfältig. So wurden auch schon auch Mehlreste (Bäcker), Holzstaub (Tischler) und geschmolzene Metallpartikelchen (Schweißer) auf Kontaktlinsen beobachtet.
In Gravuren setzen sich häufig Make-Up Reste fest und können dort beliebige Verfärbungen verursachen.
Resistent und tropfenförmig ist zum Beispiel Haarspray auf Kontaktlinsenoberflächen. Die Kontaktlinsen sind im Regelfall zu entsorgen. Wichtig ist, dass die Augen auch nach dem Sprühen eine Zeit lang geschlossen bleiben, bis der Sprühnebel sich senkt.

Übersicht, Ablagerung, Spaltlampenbefund

Proteine
Weißlich bis grau, matt schimmernder, transparenter Belag

Lipide
Öliger, fettiger Belag

Muzine
Mischablagerungen

Jelly Bumbs
Halbkugelförmige, gallertartige Erhebungen auf weichen Kontaktlinsen, oft in das Linsenmaterial hineinwachsend

Rost
Braune, lokal begrenzte Flecken

Verfärbungen
Weiß, orange, gelb, braun

Bakterien
Weiße oder braune zu Ketten gelagerte Fäden, oft sternförmig angeordnet

Pilze
Extrem viele weiße Punkte (Candida albicans, z.B. bei der Einnahme von Antibiotika; dunkelbraune bis schwarze Punkte (Aspergillus niger); Pilze weisen oft eine fadenartige struktur mit vielen Verzweigungen auf

Calciumcarbonat
Weißer, diffuser Schleier mit unscharfen Rändern

Calziumphosphat
Scharf abgegrenzte, weiße Ablagerungen

Schlussfolgerungen
Kontaktlinsenträger müssen vom Kontaktlinsenoptiker zur Einhaltung von regelmäßigen Kontrollen angehalten werden. Unverträglichkeiten werden häufig von Ablagerungen oder Material-Veränderungen verursacht. Die Verwendung eines Tauschsystems ist kein Garant, dass Ablagerungen fernbleiben, da diese schon nach sehr kurzer Tragezeit auftreten können.

Beim Auftreten von Ablagerungen oder Verfärbungen ist auf jeden Fall die Art der Ablagerung bzw. Verfärbung einzugrenzen. Dies erfordert Erfahrung und manchmal einen detektivischen Spürsinn. Neben der obligaten Spaltlampe stellen eine gute Handlupe und ein Mikroskop die optimale Ergänzung zur Inspektion von Kontaktlinsen dar. Im Kundengespräch müssen nach der Identifizierung der Ablagerung bzw. Verfärbung die Ursachen erforscht werden um eine dauerhaft, funktionierende Gegenstrategie zu entwickeln.

In einigen Fällen liefern Veränderungen an den Kontaktlinsen sogar Hinweise über pathogene Prozesse, wie zum Beispiel beim Entdecken einer Kontaktlinsen-Kontamination durch den Pilz Candida albicans. Häufige Ursache dieser speziellen Erscheinung ist eine längere Verabreichung von Antibiotika. Der wahrscheinliche, systematische Befall des Körpers durch den Pilz muss ärztlich behandelt werden.

Literatur
[1] Pflege von Kontaktlinsen, Heinz Baron, Verlag Optische Fachveröffentlichungen GmbH, Heidelberg, 1987
[2] Kontaktlinsenhygiene und Pflege, Andrea Müller-Treiber, Die Kontaktlinse 3+4/2004
[3] Anatomie des Auges, Werner Maidowsky, Verlag neues Optikerjournal, 3. Auflage, 1991
[4] Grundlagen der Kontaktlinsenanpassung, Günter Forst, Verlag Optische Fachveröffentlichungen, 1993
[5] In-vivo-Vergleich der Kinetik von Protein- und Lipid-Ablagerungen auf Kontaktlinsen der FDA Gruppen II und IV für regelmäßigen Austausch, Lyndon Jones, Die Kontaktlinse 7/8/2001
[6] Identifizierung und Vermeidung von Kontaktlinsenablagerungen, Dr. Sandor Blümle, Rolf Cadenbach, NOJ 2/1995
[7] Ein Anpassfall aus der Praxis, Kontaktlinse mit Jelly Bump, Sigrid Neumann, NOJ 2/2002
[8] Trinkwasser: Anmerkungen zur Kontaktlinsenpflege, Dr. Andreas Berke, Sibylle Scholtz, DOZ 3+4/1999
[9] Kontaktlinsen-Komplikationen, Hans-Walter Roth, Thieme, 2002

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Zuletzt aktualisiert am 29.10.2013 © Peter Urlau
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